7 Tipps für den perfekten Kaffeegenuss

Third Wave Coffee

Es gibt viele Wege, sich seinen Kaffee zu kochen und jede Zubereitungsart hat ihre eigenen Besonderheiten. Meine drei liebsten Brühmethoden aktuell sind der Handfilter, der Espressokocher und die Siebträgermaschine. In diesem Artikel findet ihr einfache Tipps, um euren Kaffeegenuss bei genau diesen Zubereitungsarten upzugraden.

Nr. 1 Flushen (Siebträger)

Bei der Siebträgermaschine ist es empfehlenswert, dass ihr vor jedem Espresso, den ihr zieht, einmal nur Wasser durchlaufen lasst. Dabei ist der Siebträger nicht eingehangen. Ihr befreit die Maschine von Kaffeeresten, die am Brühsieb festpappen. Probiert es einfach mal aus und schaut euch das Wasser genau an, das dort raus kommt. Dann seht ihr direkt, dass ihr das nicht in eurem Kaffee haben wollt. Ein sauberer Siebträger hat wesentlichen Einfluss auf den Geschmack eures Espressos.

Nr. 2 Tampen (Siebträger)

Beim Zubereiten des Espressos mit der Siebträgermaschine gibt es einen wichtigen Schritt, der das Ergebnis stark beeinflusst. Ich muss zugeben, ich hab das Thema (zu) lange nicht ernst genommen und jahrelang mit dem Kunststofftamper, der im Zubehör meiner Maschine enthalten war, den Espresso zubereitet. Hat ja auch geschmeckt, aber es geht definitiv besser.

Dann habe ich mir einen „echten“ Tamper aus Edelstahl zugelegt und merke den Unterschied ganz deutlich. Mit diesem ist man in der Lage, den Espresso gleichmäßig und mit entsprechendem Druck in den Siebträger zu drücken. Damit entsteht eine feste glatte Oberfläche, sodass das Kaffeemehl dem Wasser überall den gleichen Widerstand entgegenbringt. Bei ungleichmäßiger Verteilung sucht sich das Wasser den Weg des geringsten Widerstands und dadurch wird der Espresso nicht richtig extrahiert. Das kann dazu führen, dass er sauer oder wässrig schmeckt.

Kunststoff Edelstahl Tamper
links: Kunststofftamper, rechts: Edelstahltamper.

Achtet darauf vor dem Tampen – dem festen Andrücken – das Kaffeemehl bereits gleichmäßig im Siebträger verteilt zu haben. Dieser Vorgang nennt sich „leveln“. Auch dafür gibt es ein kleines Werkzeug, dass ihr nutzen könnt. Ich habe bisher noch keinen, aber er steht auf der Liste der nächsten Kaffee-Zubehör-Anschaffungen. Ohne den „Leveler“ kannst du deinen Kaffee durch leichtes Klopfen des Siebträgers auf die Arbeitsplatte gleichmäßig aufschütteln.

Ob dein Espresso gleichmäßig gelevelt und fest genug getamped ist, erkennst du nicht nur am Geschmack, sondern auch am Kaffee-Puck. Dieser ist auch nach dem Ausklopfen glatt, fest und bricht nicht auseinander. Wenn der Puck brüchig oder gar matschig ist, ist zu viel Wasser im Siebträger hängen geblieben und der Espresso unterextrahiert. Er schmeckt wahrscheinlich wässrig.

In der Kaffeeszene wird auch gern diskutiert mit welchem Gewicht man den Espresso beim Tampen andrücken sollte – 15 kg? 25 kg? Ja, man kann wirklich eine Wissenschaft aus dem Tampen machen, aber muss man auch nicht. Meine Empfehlung ist ein schöner Tamper aus Edelstahl statt der Kunststoffvariante und damit seid ihr gut versorgt.

Nr. 3 Wasser vorwärmen (Espressokocher)

Kommen wir nun zum Herdkännchen, Espressokocher, Bialetti oder wie ihr das schöne Gerät gern bezeichnen wollt.

Heizt das Wasser vor, bevor ihr es in den unteren Teil des Espressokochers einfüllt. Das mag banal klingen, hat aber wie so oft beim Kaffee zubereiten, einen wesentlichen Einfluss auf den Geschmack eures Espressos. Ich erkläre auch gern warum: Mit vorgewärmten Wasser wird die Brühzeit verkürzt und dadurch die Wahrscheinlichkeit verringert, dass euer Espresso verbrannt und bitter schmeckt. Wenn ihr kaltes Wasser nutzt, steht der Kaffee länger in Kontakt mit der Hitze. Dieser Vorgang kann Aromen zerstören und zu einem schlechteren geschmacklichen Ergebnis führen.

Herdkanne Espressokocher
Bialetti, Espressokocher, Herdkanne – diese Zubereitungsart hat viele Namen.

Nr. 4 Abschrecken (Espressokocher)

Abschrecken? Kochen wir Eier oder Kaffee? Es geht immer noch um Kaffee. Und bei diesem Tipp nochmal um die Zubereitung mit dem Espressokocher.

Wenn der Espresso im oberen Teil der Herdkanne angekommen ist, nehmt sie vom Herd und haltet das untere Teil unter fließendes kaltes Wasser. Damit wird die Extraktion abgebrochen und der Inhalt kann nicht verbrennen. Es ist so viel Resthitze im unteren Teil enthalten, dass der Espresso auch abseits vom Herd verbrühen könnte. Wenn ihr das Herdkännchen unter kaltes Wasser haltet, könnt ihr das verhindern und den Espresso dann noch 2-3 Minuten stehen lassen, bevor ihr ihn einschenkt.

Ich nutze die Herdkanne hauptsächlich im Camper. Hier ist mein Herd mit Gas betrieben und jeder, der schon mal mit Gas gekocht hat, weiß, wie viel Power da drin steckt. Deswegen zielen die beiden Tipps für die Herdkanne insbesondere darauf ab, sicherzustellen, dass euer Espresso nicht verbrennt.

Nr. 5 Dosierung (Espresso)

Die richtige Dosierung ist beim Espresso Zubereiten Key. Das Thema ist hier sogar noch deutlich komplexer, denn aus dem perfekten Espresso kann man, genau wie beim Tampen, problemlos eine Wissenschaft machen. Mahlgrad und Durchlaufzeit spielen hier zum Beispiel eine sehr große Rolle. Für jede Maschine muss der Mahlgrad entsprechend eingestellt werden und auch die Dosierung kann sich unterscheiden. Für meine Delonghi Dedica zu Hause nutze ich meist 16 g für einen doppelten Espresso. Generell kann man sich folgende Range merken: 7 – 9 g für einen einfachen und 14 – 18 g für einen doppelten Espresso.

Delonghi Dedica
Für einen doppelten Espresso aus der Delonghi Dedica verwende ich 16 g Kaffeemehl.

Mit der Herdkanne ist es etwas einfacher. Hier lautet die Regel, das Wasser bis zur Markierung aufzufüllen und das Sieb mit Kaffeemehl komplett zu befüllen. Wer beim Espressokocher abwiegen möchte, dem empfehle ich 20g Kaffee auf 120 ml Wasser.

Nr. 6 Dosierung (Filterkaffee)

Für Filterkaffeemethoden – sei es die Filterkaffeemaschine oder der Handfilter – gilt folgende Faustregel:

Auf 1 Liter Wasser empfehlen sich 60g Kaffee. Das entspricht 12 g für 200 ml – also eine Tasse Kaffee. Wenn ihr keine Feinwaage zu Hause habt, genügt auch eine digitale Waage, um ein passables Ergebnis zu erzielen. Falls ihr gar keine Waage im Haushalt habt, würde ich euch definitiv eine empfehlen. Bis ihr euch diese zugelegt habt, könnt ihr mit Esslöffeln arbeiten: Ein gehäufter Esslöffel entsprechen ca. 12g Kaffee.

Kommt die Maßangabe noch jemandem bekannt vor? Ich hab als Kind immer Kaffee für meine Eltern aufgesetzt, wenn ich früher wach war am Wochenende und schon damals wurde mir beigebracht: 1 Esslöffel pro Tasse. Stimmt scheinbar immer noch!

Hario V60 Filterkaffe
Der Handfilter erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit in der Kaffeeszene.

Nr. 7 Temperatur (Handfilter)

Ihr habt es sicher schon oft gelesen: Die richtige Temperatur beim Kaffee zubereiten ist wichtig und das Wasser darf nicht kochen. Es sollte optimalerweise irgendwo zwischen 94 und 98 Grad liegen. Aber wie finde ich das denn raus? Thermometer ins Wasser halten? Ja, das wäre eine Variante. Außerdem gibt es Wasserkocher mit Temperaturanzeige, bei denen ihr eure gewünschte Temperatur vorab einstellen könnt. Es gibt aber auch noch zwei einfache Tipps, wenn ihr euch gerade kein weiteres Zubehör für die Küche zulegen möchtet. Ausgehend davon, dass euer Wasser 100 Grad erreicht hat, könnt ihr folgende Methoden ausprobieren:

Variante A: Das Wasser umgehend in ein anderes Gefäß umfüllen. Dabei geht bereits einiges an Hitze verloren.

Variante B: Einfach 1 Minute stehen lassen. Das reicht auch schon, um die gewünschten Grad zu verlieren.

Ich hoffe, euch haben die Tipps gefallen und ihr probiert sie demnächst mal aus. Lasst mir gern einen Kommentar da, wie es geklappt hat und welche Tipps ihr noch für die verschiedenen Zubereitungsarten habt.

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