Kaffeekultur in Skandinavien – warum ihr in diesen Ländern immer genug Kaffee in der Tasse haben werdet

Kaffee Kultur aus aller Welt

Coffee around the world – ein spannendes Thema, dem ich mich nun mit einer Blogserie widmen möchte. Wie wird Kaffee in anderen Ländern getrunken? Welche Zubereitungsarten sind die beliebtesten? Wer trinkt schwarz und wer mit Milch? Diese Fragen versuche ich für so viele Länder wie möglich zu beantworten. Den Anfang macht Skandinavien. Für mich eine der spannendsten Regionen Europas – nicht nur, wenn es um Kaffee geht. Die Tradition und Kultur in Bezug auf das Heißgetränk ist in den vier Ländern ähnlich, sodass ich sie hier alle in einem Beitrag zusammenfassen möchte. Aber es gibt natürlich auch eigene Besonderheiten und Unterschiede.

Lest selbst.

Schweden

In Schweden hat die Kaffeepause einen eigenen Namen, der noch viel mehr bedeutet als einfach nur Pause zu machen mit einer Tasse Kaffee. “Fika” steht für Auszeitmomente, Genuss und Zeit mit den Liebsten. Es erinnert an ein anderes skandinavisches Wort, dass mittlerweile überall auf der Welt Einzug gehalten hat: “Hygge”. Fika und Hygge vereinen ähnliche Werte, wobei es bei Fika auch um die handfeste Zeit und den obligatorischen Kaffee geht.

Die Schweden unterscheiden zwei Zubereitungsarten: Koch-Kaffee (Kok) und Brüh-Kaffee (Brygg). Der erste wird grob gemahlen und in einer Kanne oder einem Topf aufgekocht. Diese sehr klassische Art, die auch übrigens in anderen skandinavischen Ländern noch praktiziert wird, erfordert Zeit, da man Warten muss, bis der Kaffeesatz nach unten sinkt. Zu Brygg zählen dann andere auch bei uns übliche Zubereitungsarten wie z.B. Filterkaffee oder Pressstempelkannen.

Und ihr dürft noch ein weiteres schwedisches Wort heute bei mir lernen: Påtår. Es bedeutet so viel wie “nachschenken”. Was man aus amerikanischen Dinern vielleicht unter “free refill” kennt, gibt es in Schweden schon lange. Es gehört zum Selbstverständnis von Gastfreundschaft, dass die Kaffeetasse stets aufgefüllt wird.

Norwegen

Kaffee und ein Norweger Pullover
Kaffee und ein Norweger Pullover – typischer könnte man das Land der Fjorde nicht darstellen

Auch in Norwegen ist Kaffee ein sehr beliebtes Getränk. Beim Kaffeekonsum belegt das Land der Fjorde den dritten Platz. Für 2022 prognostiziert Statista einen Kaffeekonsum von rund 7 kg pro Person. 

Sich spontan auf einen Kaffee treffen gehört in Norwegen zum Alltag. Diese Art von Treffen können bei jemandem zu Hause, in der Stadt oder draußen in der Natur stattfinden. Kaffee wird auf seine vielfältige Art und Weise an verschiedensten Orten in Norwegen zubereitet. 

Die Norweger rösten ihren Kaffee gerne selbst. Allein in Oslo gibt es über 10 Kaffeeröstereien, die zum Trend der hellen und fruchtigen Röstungen beigetragen haben. Es geht darum, den Kaffee wieder mehr als das wahrzunehmen, was er eigentlich ist: eine Frucht.

Die norwegische Liebe zum Kaffee spiegelt sich auch in einem ganz besonderen Angebot der Tankstellen wieder. Man kann hier eine Jahreskarte für Kaffee kaufen und an allen Tankstellen im Land seinen Thermobecher unbegrenzt auffüllen. 

Schwarzer Filterkaffee - die liebste Variante der Skandinavier
Schwarzer Filterkaffee – die liebste Variante der Skandinavier

Dänemark

Dänemark hat einen ähnlich hohen Kaffee-Konsum wie Norwegen und auch sonst sind die Dänen bei dem Thema nah an ihren Nachbarländern dran. Kaffee gehört zum Alltag und wird oft und viel konsumiert. Auch abends sagen die Dänen zu einer Tasse Kaffee nicht nein. Und das, obwohl sie ihn sehr stark und am liebsten schwarz trinken. Dazu passend wird Kaffee eigentlich immer von Gebäck begleitet. Das Nachschenken ist auch hierzulande in vielen Cafés kostenfrei.

Finnland

Zum Schluss kommen wir zum weltweiten Spitzenreiter im Kaffeetrinken: Finnland. Wer hätte das gedacht. Mein Tipp wäre eins der Länder gewesen, das Kaffee anbaut. Andere wiederum nennen an dieser Stelle oft Italien. Auf Finnland kommen wahrscheinlich die wenigsten.

Der Durchschnitts-Finne trinkt 12 kg Kaffee im Jahr. Am liebsten wird er als Filterkaffee zubereitet und fast ausschließlich schwarz getrunken. Espresso-Milchgetränke sind für die Finnen unattraktiv, sodass sich internationale Kaffeeketten in Finnland kaum ansiedeln konnten.

Der für uns relativ neue und moderne Ansatz, Kaffee hell zu rösten, hat in Finnland Tradition. Hell gerösteter Kaffee war früher günstiger, da in kürzerer Zeit mehr Kaffee geröstet werden konnte. Somit haben sich helle Röstungen durchs Land verbreitet und erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit.

Die Kaffeeliebe geht in Finnland sogar so weit, dass Kaffeepausen gesetzlich geregelt wurden: 2x 15 Minuten am Tag werden hier vorgeschrieben. Dass Kaffee in der finnischen Kultur stark verankert ist, spiegelt sich auch in der Sprache wieder. Mit zwei unterschiedlichen Wörter werden der Kaffee am Vormittag („aamupäiväkahvi“) und der am Nachmittag („ltakahvi“) bezeichnet.

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