Von Kaffee und Kuchen zur Urban Cuisine

Heute darf ich mein erstes Interview mit einer Café Besitzerin veröffentlichen. Sie hat mir verraten wie sie zu ihrem eigenen Laden gekommen ist, warum der Name manchmal ein Hindernis sein kann und was ihre Pläne sind, um allen Kölnern die Adventszeit zu versüßen.

Wie immer: eine unabhängige, unbezahlte und persönliche Empfehlung meinerseits 😊 

Ein Eindruck vom gemütlichen Innenbereich des Cafés

Jules: Hallo Adele, danke, dass du dir Zeit nimmst für das Interview. Magst du dich und den Laden einmal kurz vorstellen?

Adele: Ich bin Adele und den Laden hab ich seit 14 Jahren, also schon recht lang. Habe ihn direkt nach meiner Ausbildung übernommen. Das war alles recht spontan und ich war auch noch jung und vielleicht auch naiv. Allerdings habe ich schon immer in der Gastronomie gearbeitet, bereits in der Schulzeit. Ich hab einfach meine Leidenschaft dafür entdeckt, habe schon immer gern gebacken und gekocht.

Jules: Das bedeutet, du hast du zu Anfang alle Kuchen selbst gebacken?

Adele: Ja und wir backen immer noch alles selber. Außerdem kochen wir mittlerweile auch und das beides täglich frisch. Der Laden hat sich sehr entwickelt in letzter Zeit. Wir sind gestartet mit einer Tages-Quiche und einem Tages-Salat und natürlich Kuchen. Mittlerweile haben wir viel mehr im Programm wie z.B. Bowls, Suppen und Curries. 

Quiches, Curries oder Suppen – alles was die urbane Küche zu bieten hat!

Jules: Sehr cool. Um nochmal auf die Anfänge zurückzukommen: Hast du dich irgendwie auf die Selbstständigkeit vorbereitet?

Adele: Nein, eigentlich gar nicht. Heute würde ich das sicher anders machen. Heute würde ich vielleicht auch mit mehr Zweifeln und Sorgen an die Sache gehen, aber damals hab ich einfach gemacht. Es war viel Learning by Doing und ich hab auch viele Fehler gemacht, aber daraus lernt man und daran bin ich und auch der Laden gewachsen

Jules: Hieß der Laden von Anfang an Kaffee & Kuchen?

Adele: Bevor ich das Café übernommen hab hieß es anders, aber ich hatte mir dann überlegt, dass ich einen Namen möchte der Programm ist. Mittlerweile sind wir natürlich viel mehr als Kaffee und Kuchen. Das wird manchmal auch zum Problem. Deswegen haben wir den Zusatz “Urban Cuisine” dazu genommen, um besser zu kommunizieren, was wir tatsächlich anbieten und wer wir heute sind.

Jules: Was glaubst du, warum die Leute gern zu euch kommen?

Adele: Wir sind super persönlich und wir sind inhabergeführt, durch mich und meinen Mann. Ich lege großen Wert auf ein gutes Team. Wir schauen, dass wir tolle Leute im Team haben, die auch möglichst lang bleiben. Das klappt leider nicht immer, aber wir versuchen es bestmöglich. Außerdem finde ich es wichtig, dass alle persönlich beraten können und wir den Service am Tisch machen. Der persönliche Kontakt ist für uns eine Priorität und wir haben dadurch auch viele Stammgäste, die seit Jahren hierhin kommen und sich natürlich sehr wohl fühlen, wenn der Service sie kennt und direkt den Kaffee “wie immer” bringt.

Außerdem denke ich, dass unser Essen gut ist, sonst würden die Leute auch nicht immer wieder kommen. Es gibt nicht mehr so viele Cafés die selber backen, aber ob etwas hausgemacht ist oder nicht, das schmeckt jeder. 

Beim Mittagstisch versuchen wir so regional, saisonal und frisch wie möglich zu kochen. Auch wenn dieser Begriff gerade Trend ist: bei uns bekommst du wirklich Soul Food. Da steh ich absolut hinter. Es spiegelt meine Art zu kochen, essen und leben wieder. Genauso wird auch bei uns zu Hause in der Familie gekocht. 

Regional, saisonal, frisch und selbstgemacht. Wie bei Adele zu Hause.

Jules: Würdest du sagen, dass das Bewusstsein für diese Art der Zubereitung gewachsen ist über die Jahre und heute mehr wertgeschätzt wird als vielleicht vor 10 Jahren? 

Adele: Mit Sicherheit. Foodtrends sind ja in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Die vegane Szene wächst und wächst. Da haben wir uns auch drauf eingestellt. Ich bin selbst seit 30 Jahren Vegetarierin. Dennoch haben wir hier für jeden was dabei. Es gibt zum Beispiel freitags immer unser Chicken Curry und im Herbst wird es auch mal eine Suppe mit Mettwurst geben, aber Fleisch ist insgesamt sehr reduziert auf unserer Speisekarte. Aus Umweltgründen wollen wir ganz bewusst mit diesem Thema umgehen.

Jules: Woher bezieht ihr euren Kaffee?

Adele: Seit zwei Jahren beziehen wir unseren Kaffee bei Van Dyck. Ich hab mich ganz bewusst für eine Kölner Rösterei entschieden, da ich regional unterstützen möchte. Außerdem kenne ich Moni von Van Dyck persönlich und hab dadurch einen noch engeren Bezug dazu. Der Kaffee passt also gut zu uns und kommt auch gut bei den Kunden an. 

Monster-Brownie, Cheesecake mit Beeren, Cappuccino und Flat White

Jules: Wie sieht die Zukunft von Kaffee & Kuchen aus?

Adele: Langfristig ist immer die Qualität für uns Prio Eins. Die Qualität zu halten bei einer wechselnden Küche ist eine Herausforderung, aber uns sehr wichtig. 

Außerdem war dieses Jahr natürlich für niemanden leicht und „überleben“ ist in unserer Branche weiterhin ein sehr akutes Thema. Der Winter steht vor der Tür und wir sind wie alle Gastronomen nicht gerade unbesorgt. Aber wir arbeiten schon an Lösungen so lang wie möglich den Außenbereich bespielen zu können, durch zum Beispiel Überdachungen, Decken und Heizstrahler. Wir versuchen uns, so gut es geht, darauf einzustellen und hoffen auch auf den Support unserer Kunden. Dass sie sich zum Beispiel verständnisvoll zeigen, wenn wir auch bei kühleren Temperaturen mit geöffneten Türen für eine bessere Belüftung sorgen möchten.

Wir planen zudem einen kleinen Weihnachtsmarkt bei uns, bei dem wir Glühwein und Waffeln anbieten werden. Damit wollen wir gerne all denen, die jetzt schon über die abgesagten Weihnachtsmärkte trauern, eine Alternative bieten. Mit unserem großen Tannenbaum können wir bestimmt etwas Weihnachtsstimmung kreieren!

Jules: Das ist eine sehr schöne Idee, da freu ich mich drauf! Dann hab ich nur noch eine Frage. Wie trinkst du deinen Kaffee am liebsten?

Adele: Ich trinke am liebsten Milchkaffee. Hab auch Hafermilch in letzter Zeit für mich entdeckt. Generell ist mir mein morgendlicher Kaffee sehr wichtig, da ich fünf Kinder habe, die mich täglich ab 6.30 Uhr auf Trapp halten!

Jules: Fünf Kinder und ein eigener Laden in der Gastronomie! Wow, meine Anerkennung dafür und vielen lieben Dank für das Interview!

Alter Hase in der Gastro und Mutter von fünf Kindern: Adele, Inhaberin von Kaffee & Kuchen

Kaffee & Kuchen findet ihr auf der Venloer Straße, nicht weit vom Stadtgarten. Schaut mal vorbei und probiert unbedingt den Monster-Brownie – mein absolutes Highlight und Herzensempfehlung 💜

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