*Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Barista Royal entstanden und enthält Affiliate Links.
Hinter Barista Royal steckt mehr als die Liebe zu gutem Kaffee – es ist eine Geschichte von Inklusion, Handwerkskunst und dem Willen, einen echten Unterschied zu machen.
Seit der Gründung im Jahr 2019 verfolgen die beiden Gründer, Michael und Chris, nicht nur die Vision, erstklassigen Kaffee zu rösten, sondern auch einen sozialen Impact zu schaffen, der Menschen mit Behinderung den Zugang zum Arbeitsmarkt bietet.
Michael und Chris haben sich vor einigen Jahren bei einem Gründerstammtisch kennengelernt und schnell gemerkt, dass sie sich gut verstehen und wunderbar ergänzen. Während Chris durch sein Studium der Medieninformatik ein tiefes Verständnis für technische Prozesse und eine Affinität für Design mitbringt, ist Michael der Sensoriker, kommunikative Kopf und Storyteller. Schnell war klar, dass die beiden gemeinsam gründen möchten. Obwohl Chris der Kaffeeliebhaber unter den beiden war, war es Michael, der die Idee zur Kaffeerösterei ins Spiel brachte.
Inklusion trifft Kaffeegenuss
Inspiriert durch seine Schwester, die von Geburt an halbseitig gelähmt ist, erweiterte Chris die Geschäftsidee um einen entscheidenden Punkt: Menschen mit Behinderung durch die Arbeit in einer Kaffeerösterei zu fördern und zu integrieren. So entstand die Vision, nicht nur exzellenten Kaffee zu rösten, sondern auch aktiv zur Inklusion von Menschen mit Behinderung beizutragen.
“Unsere Mitarbeitende in den Werkstätten der Lebenshilfe übernehmen vielfältige Aufgaben, vom Rösten über das Verpacken der Kaffeebohnen bis hin zur Etikettierung.“ erklärt Chris im Interview.

Der Weg zur eigenen Rösterei war jedoch steinig. Zunächst stießen Michael und Chris auf Schwierigkeiten bei der Skalierung ihrer Produktion in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe.
“Die erste Werkstatt hatte leider eine zu kleine Rösterei und hat uns erklärt, dass sie die Mengen, die wir uns vorgestellt hatten, nicht leisten können. Wir haben noch versucht, es möglich zu machen, da wir gerne eine lokale Lebenshilfe fördern wollten, aber mussten dann feststellen, dass es nicht funktioniert. Und es ist auch ok und verständlich, dass diese Werkstatt sich entscheidet, nicht so schnell wachsen zu wollen, denn ihr Fokus ist schließlich, sich um Menschen mit Behinderung zu kümmern. Es hat relativ lange gedauert, bis wir eine neue Lebenshilfe gefunden haben, die mit uns wachsen wollte und die auch die Räumlichkeiten dafür hatte, aber mit dieser arbeiten wir jetzt seit 2019 zusammen und das funktioniert wunderbar.”
Außerdem verrät mir Chris im Interview, dass die Zusammenarbeit für die Lebenshilfe ein perfektes Timing hatte, denn Barista Royal konnte sie mit ihrem Online-Geschäft durch die Corona Pandemie tragen. Unter Auflagen wurde weiter Kaffee geröstet und versendet. Gemeinsam mit der Werkstatt ist in 2020 auch das erste Mal der Kaffee-Adventskalender kreiert worden und seither jedes Jahr erschienen.

Da das Thema Gehalt bei inklusiver Arbeit häufig diskutiert wird, habe ich bei diesem Interview die Gelegenheit genutzt, Chris auf das Thema Bezahlung von Menschen mit Behinderung anzusprechen.
“Wir zahlen über dem Mindestlohn, aber tatsächlich ist das die falsche Frage beim Thema Menschen mit Behinderung und Arbeit. In den meisten Fällen hat das Thema Bezahlung in diesem Bereich nämlich einen komplett anderen Stellenwert. Denn in erster Linie geht es darum, dass Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz haben, an dem sie das machen können, was sie machen können. Damit meine ich, dass wir zum Beispiel Mitarbeitende haben, die am Tag 3 Packungen Kaffee verpacken oder 5 Packungen etikettieren.”
Genau wie ich, haben die meisten Menschen oft wenig Berührungspunkte mit dieser Thematik und ich bin Chris sehr dankbar für die offenen Einblicke.
Faire Arbeitsbedingungen und hochwertige Rohstoffe
Bei Barista Royal stehen nicht nur die Mitarbeitenden in Deutschland im Vordergrund, sondern auch die Menschen, die den Kaffee anbauen. Die Rohkaffeebohnen werden von Kooperativen in Kooperation mit der deutschen Röstergilde eingekauft, um eine faire Bezahlung der Kaffeebauern und Bäuerinnen zu gewährleisten.
“Wir schauen dass wir vor allem auf Kooperativen zugehen, weil wir damit sicherstellen dass wir auch die nächsten Jahre den gleichen Kaffee bekommen. Man kann über die deutsche Röstergilde auch auf Fincas zugehen, aber das ist etwas unsicherer, was die Konstanz angeht. Wir möchten garantieren, dass es qualitativen Kaffee gibt, den du aber auch wirklich jeden Monat bei uns bestellen kannst.”
Dabei legen Michael und Chris großen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit. Sie achten stets darauf, dass die Anbaumethoden umweltschonend sind und die Arbeitsbedingungen der Bauern und Bäuerinnen fair sind.
Wie sieht es aus mit Siegeln?
Die Entscheidung, auf das Fairtrade-Siegel zu verzichten, ist bewusst getroffen. Michael und Chris sind der Meinung, dass die Zertifizierungsprozesse oft bürokratisch und kostspielig sind und nicht unbedingt zu einer besseren Lebensqualität der Bauern und Bäuerinnen führen. Stattdessen setzen sie auf direkte Beziehungen zu den Kooperativen und transparente Lieferketten.
Ob ein Kaffee ein Bio-Siegel trägt oder nicht, ist für Barista Royal nicht entscheidend. Sie führen beides im Sortiment, mit und ohne Siegel, aber können achten darauf, dass alle Kaffees dieselben Standards erfüllen. Denn Bio-Zertifizierungen sind mit hohen Kosten verbunden, die auch von den Kaffeebauern und Bäuerinnen getragen werden. Gleichzeitig gibt es Kaffees, die in Bio-Qualität angebaut, aber nicht zertifiziert sind. Auch diese möchten Michael und Chris anbieten:
“Wir achten darauf, dass wir auch “Nicht-Bio-Kaffee” in der Qualität von Bio-Kaffee kaufen. Das heißt wir klären ab, wie der Kaffee angebaut wurde-“
Durch die enge Zusammenarbeit mit ihren Partner:innen und dem Überprüfen der Anbaumethoden und Arbeitsbedingungen vor Ort, kann Barista Royal sicherstellen, dass ihre Kund:innen einen nachhaltigen und hochwertigen Kaffee genießen können.

Von Kaffee zu Tee
Barista Royal hat sich von einer reinen Kaffeerösterei auch zu einem Anbieter hochwertiger Teespezialitäten entwickelt. Doch wie kam es dazu, dass ein Unternehmen, das sich ursprünglich auf Kaffee konzentrierte, auch den Tee-Markt erobert hat?
Die Idee, das Sortiment um Tees zu erweitern, entstand aus der persönlichen Leidenschaft der Gründer. Während Chris ein ausgesprochener Kaffee-Enthusiast ist, bevorzugt Michael den Start in den Tag mit einer Tasse Grüntee. Diese unterschiedlichen Vorlieben führten zur Erweiterung des Geschäftsmodells.
„Wir dachten, wir könnten doch eigentlich unser Konzept, was wir jetzt für Kaffee haben, erweitern und sorgen so dafür, dass noch weitere coole Jobs für Menschen mit Behinderung entstehen.“
So entstand 2022 die Teemarke „Tea of Dreams„. Mit einer umfangreichen Auswahl von 42 verschiedenen Teesorten bietet das Start-up eine vielfältige Geschmackspalette und achtet genau wie beim Kaffee auf höchste Qualität und Nachhaltigkeit.
Vor dem Interview hätte ich gesagt, dass der Teehandel vergleichbar mit Kaffee abläuft, aber tatsächlich gibt es hier große Unterschiede, wie ich erfahren durfte.
“Kaffee ist ein Genussmittel und Tee ist Lebensmittel. Deswegen hast du ganz andere Regularien, an die du dich halten musst. Du musst dafür sorgen, dass entsprechende Untersuchungen stattfinden, auf Pestizid Belastungen, auf Qualitätsmerkmale und vieles mehr. Deswegen kaufen wir die Rohstoffe bei Lieferanten ein, die diese Prüfungen machen.”
Manche Teesorten wie zum Beispiel Matcha gibt es in entsprechender Qualität auch nur in einem Land, in diesem Fall Japan.
Ein Großteil der Teesorten enthält aber auch europäische Zutaten wie Himbeeren oder Äpfel. Diese bezieht Tea of Dreams dann so regional wie möglich.
Die Zukunft des Kaffees
Auch mit Chris wollte ich über die spannende Frage nach der Zukunft des Kaffees sprechen. Auch er ist der Meinung, dass diese eng mit den globalen Herausforderungen verbunden ist, wie dem Klimawandel und den steigenden Produktionskosten.
„Ich glaube, dass Kaffee auf lange Sicht teurer und zu einem Luxusgut werden wird“, so Chris. “Viele haben während der Coronazeit in eine neue Maschine investiert, weil sie daheim genauso guten Kaffee wie im Büro wollten und genau diese Leute haben gemerkt, dass der Kaffee für 9,99€ aus dem Siebträger leider nicht schmeckt.”
Ich stimme ihm zu: Die Corona-Pandemie hat unser Konsumverhalten grundlegend verändert. Viele von uns haben während des Lockdowns mehr Zeit zu Hause verbracht und dabei die Zubereitung von Kaffee für sich entdeckt. Kaffeevollautomaten, aber auch Siebträgermaschinen sind zu beliebten Begleitern geworden. Und mit der Technik hat sich unser Anspruch an die Qualität des Kaffees verändert. Wir möchten wissen, woher unsere Bohnen stammen, wie sie angebaut und geröstet wurden. Diese Entwicklung treibt die Nachfrage nach Spezialitätenkaffees weiter an.
Zudem werden aufgrund von extremen Wetterereignissen Ernten immer unsicherer ausfallen und zusätzliche Preissteigerungen verursachen.

Kaffee, Tee – what’s next?
Spannende Zukunftspläne stehen bevor bei Barista Royal, doch was genau wollte Chris mir noch nicht verraten. Allerdings hat er mir von der aktuellen Sortimentserweiterung erzählt: Neben neuen Kaffeesorten wie dem kräftigen Espresso del Capo (100% Canephora) gibt es jetzt auch hochwertiges Kaffeezubehör. „Wir haben dieses Jahr noch zusätzlich unsere Espresso und Cappuccino Tassen mit aufgenommen von einer großen bekannten Marke aus Italien, Ancap“, erklärt Chris. Ergänzt wird das Angebot durch hochwertige Kaffeemühlen, French Presses und einem Espressokocher. Mit dieser breiten Produktpalette möchte Barista Royal seinen Kund:innen ein umfassendes Kaffeeerlebnis bieten und sie bei der Zubereitung ihres Lieblingskaffees unterstützen.
Und natürlich habe ich Chris auch noch gefragt, wie sein Kaffeegenuss am Tag aussieht. “Ich trinke – eigentlich darf ich es gar nicht sagen – ich trinke viel zu viel Kaffee“, gibt er offen zu. Seine bevorzugte Zubereitungsmethode ist der Espresso aus der Siebträgermaschine. „Ich trinke morgens nach dem Aufstehen einen doppelten Espresso, wenn es nicht reicht, trinke ich auch noch mal einen, und meistens trinke ich dann danach tatsächlich noch zwei oder drei Americano.” erzählt er. Seine Lieblingsorte ist der “Amore e basta Espresso.”
Mehr als ein Produkt
Barista Royal ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Unternehmen Verantwortung übernehmen kann – sowohl in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz als auch im Hinblick auf soziale Inklusion. Mit einem klaren Fokus auf fairen Handel, Transparenz und soziale Verantwortung hat Barista Royal eine Marktnische gefunden, die sowohl Kaffeegenuss als auch eigene Werte miteinander vereint. Durch die Zusammenarbeit mit Werkstätten für Menschen mit Behinderung schafft Barista Royal nicht nur hochwertige Kaffeeröstungen, sondern ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigungen eine sinnvolle Tätigkeit als Teil der Gesellschaft.
