Andere Länder, anderer Kaffee

Ein Teil meiner Erfahrung in der Gastronomie durfte ich auch schon in einem Café sammeln. Ich habe einige Monate bei Java U in Montréal, Kanada gearbeitet. 

Wie ich um ein Haar Burger gebraten statt Kaffee gekocht hätte

Von Sommer 2015 bis Sommer 2016 war ich mit einem Work & Travel Visum in Kanada und habe genau das dort gemacht. Die zweite Hälfte des Aufenthalts wollte ich in Montréal verbringen, um richtig Französisch zu lernen.

Keine gute Idee! Das durfte ich direkt in den ersten Wochen vor Ort erfahren. Die Franco-Kanadier sind unfassbar schwer zu verstehen und mein Französisch war für keinen der schönen Thrid-Wave Coffee Shops gut genug. Es regnete Absagen.

A little Off-Topic: Ein kleiner Eindruck aus Montréal aus März 2016

So viele, dass ich meine Bewerbungen irgendwann in jeglichen gastronomischen Betrieb schickte, unter anderem auch an A&W – die kanadische Variante von McDonald’s. 

Im Bewerbungsgespräch fragte mich der Inhaber beim Blick auf meinen Lebenslauf ob ich mir sicher sei, dass ich wirklich Burger braten möchte?

Meine Bereitschaft diesen vielleicht nicht sooo erstrebenswerten Job anzunehmen, nur um irgendwo Französisch zu lernen, wurde belohnt. Der A&W Inhaber war auch Franchisenehmer bei der Coffee Shop Kette Java U und bot mir in einer seiner Filialen eine Stelle an. Juhuu – was ein Glück! 😊

Das Café gegenüber vom College

Die Filiale in der ich arbeiten durfte war direkt gegenüber vom College McGill, was natürlich dazu führte, dass wir wahrscheinlich noch stärker als andere Cafés Rush Hour Verkehr hatten. Der erste Rush war morgens kurz nach der Öffnung um 7:00 Uhr und ging bis ca. 9:00 Uhr. 

Die Studenten standen Schlange um sich ihren morgendlichen coffee to go vor der ersten Vorlesung abzuholen. 

Bei Java U gibt es auch einige Optionen für ein leichtes Mittagessen in Form von Sandwiches und einer Salatbar. Zur Mittagszeit hatten wir dann den zweiten Ansturm. 

Ich muss ehrlich sagen, ich habe diese Zeiten am meisten geliebt 😊
Es hat super viel Spaß gemacht die Kunden mit ihren Bestellungen zu versorgen und zu sehen wie die Schlange kürzer wird – oder auch nicht! An manchen Tagen schien sie einfach gar nicht mehr zu enden. 

Gerade morgens war dann die größte Herausforderung auch im Stress sehr guten Kaffee aus der Siebträgermaschine zu zaubern und das in kürzester Zeit. Aus diesem Grund waren zur Rush Hour auch meistens die Profis mit langjähriger Erfahrung beim Kaffee zugange und andere, wie zum Beispiel ich, an der Kasse oder beim Gebäck.

Happy me vor meiner Java U Filiale in Downtown Montréal

Love what you do

Dennoch hatte ich bei Java U die Möglichkeit einiges zu lernen und durfte natürlich auch die Kaffeemaschine bedienen, zum Ende meiner Zeit dort, sogar auch bei viel Betrieb 😊

Interessant war dabei zu sehen, dass zum Beispiel ein Latte Macchiato in Kanada nicht gleich einem Latte Macchiato in Deutschland ist. Selbst bei solchen Klassikern gab es Unterschiede. Zum Beispiel beim Kaffee-Milch-Verhältnis oder auch der Zubereitungsart. Ich war es gewohnt erst die Milch einzugießen und im Anschluss den Espresso. Das wurde bei Java U genau andersrum gemacht. 

Meine Kollegen waren bis auf den Inhaber und den Manager alle junge Studenten, die sich, genau wie ich, ihren Unterhalt mit dem Job finanzierten. Dennoch gab es große Unterschiede in der Art und Weise wie sie ihren Job machten und natürlich wie sie Kaffee zubereiteten. Einer von ihnen hatte eine besonders große Liebe für Kaffee und Latte Art und bestand darauf auch in der heißestens Rush Hour ein Herz oder eine Blume auf den to-go-coffee (genau, da wo eh ein Deckel drauf kommt) zu zaubern. Gleichermaßen wie es manchmal Hektik auslöste, hat es auch super viel Freude bereitet jemanden bei der Arbeit zu sehen, der so viel Leidenschaft für sein Handwerk hat. 

Das gilt wie ich finde für jeden Job. Wie ist das bei euch? Liebt ihr was ihr tut? 

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